Browser für anonymes surfen

Den Browser fürs anonym Surfen fit machen

Du hast bereits die Einleitung zum anonymen Surfen und die Tipps für ein sicheres Betriebssytem gelesen und befolgt – Wozu also jetzt noch ein sicherer Browser? Ein sicherer Browser ist natürlich enorm wichtig, um anonymes Surfen überhaupt möglich zu machen. Es versteht sich von selbst, dass der Browser hier jederzeit auf dem neuesten Stand sein sollte und die letzten Sicherheitsupdates installiert sein müssen. Sowohl Firefox als auch Chrome gelten als sichere Browser. Von Opera raten wir trotz der eingebauten VPN-Lösung ab. Durch den Verkauf von Opera an einen chinesischen Investor 2016 ist unklar, ob sich die Nutzerdaten bei Opera tatsächlich in sicheren Händen befinden.

Der große Nachteil von Chrome ist, dass Nutzerdaten von Google zur Optimierung der angezeigten Werbung ausgewertet werden während Firefox auf solche Maßnahmen verzichtet. Diese Auswertung findet auch unter Linux bei der Verwendung der Open Source Variante Chromium statt – Ein gutes Beispiel dafür, dass Linux nicht immer 100%ige Sicherheit vor unerwünschter Spionage bedeutet.

Ein Pluspunkt für Chrome ist jedoch, dass hier ein sog. Sandboxing eingesetzt wird, dass die negativen Auswirkungen von schädlichen Webapplikationen besser eindämmen kann als dies derzeit bei Firefox möglich ist. Unser klarer Tipp fürs anonyme Surfen ist daher Iridium, ein Open Source Browser, der auf Chrome basiert, jedoch komplett aufs Sammeln von Nutzerdaten verzichtet.

Natürlich ist auch der Tor Browser empfehlenswert. Hierbei handelt es sich um eine speziell angepasste Firefox Version, die sämtliche Daten übers Tor Netzwerk leitet und dabei noch mit Zusatzfunktionen versucht zu verhindern, dass der Nutzer zurückverfolgt und identifiziert werden kann. Mehr zu Tor wird es in Kürze in einem weiteren Artikel auf dieser Website geben.

Cookies telefonieren nach Hause und machen anonymes Surfen unmöglich

Abgesehen vom Browser selbst, ist es fürs anonyme Surfen wichtig, einige zusätzliche Vorkehrungen zu treffen. Viele Websites nutzen sog. Cookies, kleine Textdateien, die auf deinem Computer abgelegt werden, um dich bei späteren Besuchen wiederzuerkennen. Mit Hilfe von Cookies kann sich eine Website zum Beispiel merken, dass du dich bereits eingeloggt hast und du musst nicht bei jedem Besuch dein Passwort neu eintippen. Cookies lassen sich von Websites allerdings auch recht einfach nutzen, um dein Nutzerverhalten auszuspionieren. Wenn auf diese Art genügend Informationen gesammelt werden, ist es schnell vorbei mit dem anonymen Surfen! Um dies zu verhindern bieten die Browser heutzutage Incognito (Chrome) bzw. Private (Firefox) Modi, hier werden keinerlei Cookies und auch kein Browserverlauf gespeichert. Der Nachteil ist natürlich, dass so auch keine Logins und sonstige personalisierte Einstellungen für bestimmte Websites gespeichert werden können. Daher empfiehlt es sich, nur bekannte Tracking Cookies, also Cookies, die speziell dem Ausspionieren des Nutzerverhaltens dienen, zu sperren. Dies übernimmt am besten ein Browser Add-on, besonders empfehlenswert ist Privacy Badger, das von der Electronic Frontier Foundation (EFF) entwickelt wird.

Skripte und Plugins – potenzielle Gefahr

Viele Websites nutzen Skripte und Plugins, um bestimmte Inhalte besser wiedergeben zu können. Dabei werden durch die Website kleine Programme auf den Computer des Besuchers geladen und dann dort ausgeführt, oft handelt es sich dabei um JavaScript Applets. Solche Skripte sind meist harmlos und ermöglichen es den Websites, Funktionen anzubieten, die sie mit den „klassischen“ Mitteln des Webdesigns oft nicht bieten könnten. Leider gibt es jedoch auch viel Schadsoftware, die auf diesem Weg Einzug halten kann.
Ähnliches gilt bei bekannten Plugins wie z.B. dem Adobe Flash Player, der in der Vergangenheit traurige Berühmtheit durch seine vielen Sicherheitslücken erlangt hat.
Skripte und Plugins lassen sich natürlich in den Browsereinstellungen deaktivieren, viele Websites funktionieren dann allerdings nicht mehr richtig. Eine bessere Wahl sind hier Add-ons wie z.B. NoScript für Firefox oder uMatrix für Chrome. Diese Add-ons sorgen dafür, dass die Skripte zunächst blockiert werden, auf Anfrage dann aber aktiviert werden können. Die ersten Tage mit einem solchen Add-on sind leider etwas mühsam, da man bei vielen neu besuchten Websites zunächst die Einstellungen des Add-ons anpassen muss, bereits nach kurzer Zeit sind aber die wichtigsten Websites angelernt und man surft mit einem echten Plus an Sicherheit!

WebRTC

WebRTC ist ein Standard, der z.B. Videokonferenzen in Browserfenstern ermöglicht. Ein Nachteil dieser Technologie ist jedoch, dass Websites, die du besuchst, darüber deine tatsächliche IP Adresse auslesen können, selbst wenn du diese mit einer VPN Verbindung verschleierst. WebRTC sollte daher unbedingt deaktiviert werden, alternativ kannst du auch ein Browser Add-On nutzen, dass nur bestimmte Funktionen von WebRTC blockiert und somit das auslesen deiner IP Adresse verhindert. Mehr Infos und eine Anleitung dazu findest du hier.

Zusammenfassung

  • Sicheren Browser installieren
  • Sicherheitsupdates auf dem neuesten Stand halten
  • Add-ons gegen Tracking Cookies und das unkontrollierte Ausführen von Skripten nutzen
  • WebRTC deaktivieren oder ein entsprechendes Add-On installieren

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